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https://www.welt.de/print-welt/article378210/Kinderpornographie-Stasi-erpresste-Politiker.html
Kinderpornographie: Stasi erpresste Politiker
Veröffentlicht am 10.02.2003 | Lesedauer: 2 Minuten
Von Dirk Banse, Michael Behrendt
Ex-Geheimdienst-Offizier stellt Verbindung zum Fall des vermissten Berliner Jungen Manuel her.
“Das Ministerium fĂŒr Staatssicherheit (MfS) der DDR hat mit Kinderpornografie einflussreiche Persönlichkeiten in Westeuropa erpresst. Das erklĂ€rt der ehemalige Verbindungsoffizier zwischen dem frĂŒheren sowjetischen Geheimdienst KGB und dem MfS, Wanja Götz, in einer eidesstattlichen Versicherung, die dieser Zeitung vorliegt. âZu den Erpressten gehören Politiker, Richter und Industrielle, von denen einige nach wie vor Einfluss in den westlichen Demokratien haben. Nach dem Fall der Mauer hat das ehemalige Stasi-Netzwerk die geheimdienstlichen in finanzielle Interessen umgewandelt. Eine SchlĂŒsselrolle spielte Rainer Wolf, der Vater des noch immer vermissten Berliner Jungen Manuel Schadwaldâ, berichtet der in Berlin lebende Götz.
Nach Recherchen dieser Zeitung hat auch der im August 1996 verhaftete belgische KinderhĂ€ndler Marc Dutroux, dem der Mord an mehreren MĂ€dchen zur Last gelegt wird, zeitweise im Auftrag der Stasi gearbeitet. âEs gab in der Tat Hinweise, wonach sich solche Informationen in dem Stasi-Material wieder finden, das dem CIA zugespielt wurde. Der belgische Geheimdienst wĂ€re gut beraten, diese Unterlagen grĂŒndlich auszuwertenâ, sagt der ehemalige Geheimdienstkoordinator der Regierung Kohl, Bernd Schmidbauer (CDU). Die CIA hatte sich in den Wendezeiten Material ĂŒber die Spionageabteilung der Hauptverwaltung AufklĂ€rung des MfS sichern können. Wegen der Brisanz der darin enthaltenen Informationen auch ĂŒber westeuropĂ€ische Politiker werden diese Unterlagen nach wie vor der Ăffentlichkeit vorenthalten. Lediglich Geheimdienste durften in die von der CIA gefilterten Berichte Einsicht nehmen. Nach Expertenmeinung erklĂ€rt das, warum die Ermittlungsbehörden sowohl den Fall Dutroux als auch das Verschwinden von Manuel bislang nicht klĂ€ren konnten. Der seit 1993 vermisste Junge wurde nach Zeugenaussagen ins niederlĂ€ndische Kinderporno-Milieu verschleppt.
Sein Vater Rainer Wolf, ein in der DDR-Friedensbewegung eingesetzter Stasi-Mitarbeiter, war bereits vor Jahren in den Verdacht geraten, seinen Sohn selbst ins Kinderporno-Milieu verbracht zu haben. Der ehemalige KGB- und Stasi-Agent Wanja Götz, dessen Deckname âGrigoriâ sich auch in den Stasi-Akten ĂŒber Rainer Wolf wieder findet, erklĂ€rt in seiner eidesstattlichen Versicherung: âIch hatte den Auftrag vom DDR-Geheimdienst, diesen Mann psychologisch einzuschĂ€tzen. Erst viel spĂ€ter erfuhr ich, dass Wolf nach seiner von der Stasi inszenierten Ăbersiedlung in die BRD 1984 im Auftrag der Auslandsspionage des DDR-Geheimdienstes mit Kinderpornografie WesteuropĂ€er erpresst hat.â Die Kinder habe sich das MfS aus DDR-Heimen geholt.”
QUELLE: WELT
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